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Donnerstag, 14. Mai 2009

EDE wieder wählbar!

Als alte Freundin des großen Stoibers, Königs Edmund I, Herrscher über den zehnminütigen Münchner Hauptbahnhof, hat sich Krokowski sehr gefreut, zu erfahren, daß EDE am 7. Juni auch bei den Europawahlen antreten wird. Edmund Stoiber berät ja schon seit einiger Zeit die EU-Kommission in Fragen des Bürkokratieabbaus und hat dort sicherlich zahlreiche Erfahrungen mit Brüssel gesammelt, zum Beispiel wo es die besten Fritjes und wo es die besten Waffeln gibt. Wieder heim nach Bayern gekommen, berichtet er gelegentlich im Bayerischen Landtag von seinen Eindrücken, daß in Brüssel "nicht Gürtel oder Hosenträger ausreichen, sondern beides gefordert wird und darüber hinaus Hemd und Hose noch mit Reißzwecken verbunden werden sollen". Stoiber hingegen glaubt, "dass wir mit dem Gürtel alleine hinkommen." (Süddeutsche Zeitung, 24. 06. 2008)
Ja, von zu vielen Fritten, Waffeln und dem hochprozentigen belgischen Bier kann man in der Tat gewichtlich zulegen.

Nun tritt EDE also zur Europawahl an, und bekennt sich nach den Informationen der Bundeszentrale für politische Bildung "in den Programmgrundsätzen [...] zu dem Ziel, die Sprachenpolitik der Europäischen Union zu verändern. [...] Da das Englische die Muttersprachler privilegiere und somit Ungleichheiten schaffe, die sich auch politisch auswirken, sei es als Medium nicht geeignet."

Ähnliches hatte sich Krokowski schon gedacht. Viel besser als auf Englisch zu radebrechen ist es natürlich, die oberbayerische Mundart zur neuen Sprache für das europäische Gemeinwesen zu deklarieren! -- Enthusiasmus bei Krokowski -- Freilich, wir müssten das Oberbayerische alle von Grund auf als Fremdsprache lernen; freilich, der oberbayerische grantelnde Eingeborene ist durchaus etwas wortkarg, so daß es auch bei längerem Aufenthalt den "Zugroisten" schwer fällt, sich sprachlich zu assimilieren. Gerade hierdurch entstünde jedoch eine ungeahnte Gleichberechtigung unter den Oberbayerisch-Fremdsprachlern. Zudem würde die Charakterisierung als "Zugroister" fürderhin weitere ungeahnte Nuancen der Zuwanderungsfragen in die politische Diskussion einbringen.

Was? Was war das in der nächsten Zeile? "EDE schlägt die 'neutrale' und seit 1954 von der UNESCO anerkannte Plansprache 'Esperanto' als gemeinsame Verständigungsgrundlage vor" (Bundeszentrale für politische Bildung)? Esperanto? Stoiberchen, das geht nicht, auf Esperanto wirst Du niemals so schöne Reden wie damals Anno Tobak halten können, Ede, hast Du Dir das wirklich gut überlegt? Ede? ---

Ernüchterung bei Krokwoski. EDE steht gar nicht für Edi Stoiber, sondern für "Europa - Demokratie - Esperanto". Ach so. Aber eventuell ist Edi Stoiber ohnehin bei diesem "Anti-äh-Bürokratie-Dings" (Financial Times Deutschland, 02.03. 2009) besser aufgehoben.

Dienstag, 17. Februar 2009

Eiswürfel zu Fasching

Lang ist es nicht mehr hin, bis - wahlweise nach Region - Karneval beziehungsweise Fasching ist und Krokowski von Karnevalsumzügen, Prunksitzungen, Konfetti und Bonbons in hübschen Farben mehr oder weniger erfreut werden wird. Hauptsaison folglich für allerlei Kostümverleiher. Da ja aber nicht ständig Karneval ist, verdienen manche Kostümverleiher noch ein wenig dazu, indem sie einen Mietservice anbieten. Aber sag mal, Kostümverleih im Bild, hälst Du es wirklich für sinnvoll, auch Eiswürfel zu vermieten?

Freut sich auf die Rückgabe,

Krokowski

Mittwoch, 4. Februar 2009

"Papst wäscht Hände in Unschuld"

Tagesschau.de!

Soeben durfte Krokowski hier Deinen Bericht lesen, nach dem der Papst bezüglich der Holocaust-Leugnung des Bischof Williamson seine Hände in Unschuld wasche. "Der Papst habe von Williamsons Schoah-Erklärung nichts gewusst, hieß es weiter."


Nun ist es ja bekannt, daß sämtliche Deutschen während des Dritten Reichs nichts, aber auch gar nichts von Konzentrationslagern und Judenverfolgungen gewusst haben. Aber darum soll es nicht gehen. Viel interessanter findet Krokowski das Bild, das Tagesschau.de in ihrem Artikel verwendet: Der Papst wäscht seine Hände in Unschuld. Dunkel erinnert sich Krokowski, daß da doch schonmal was war, mit einem Römer, der seine Hände in Unschuld gewaschen hatte und einem Juden, der anschließend dran glauben mußte; gekreuzigt, gestorben und begraben undsoweiter. Möchte tagesschau.de Krokowski jetzt gar sagen, daß Benedetto_16, der Deutschen liebster Römer, Mitschuld trage an der Judenverfolgung? Und in echt gar nicht Joseph Ratzinger, sondern ganz unbayerisch Pontius Pilatus heißt?

Fände das doch etwas radikal für die öffentlich-rechtlichen,
Krokowski

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Loefl-Test

Aufgabe im Loefl-Test: "Schreiben Sie ein Essay (ca. 300 Wörter) über folgende Frage: Ist es besser, den Yoghurt mit einem großen oder mit einem kleinen Loefl zu essen?"

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Finanzmarktkrise

Nachdem es seit geraumer Zeit Fernreisen bei Lidl und Handy-Prepaid-Karten bei Aldi sowie Kredite und Autoversicherungen beim Bekleidungsriesen mit dem schlechten Geschmack in Bezug auf Außenfassaden C&A gibt und man das weiter nicht auffällig findet, war es ja eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis das Finanzsystem ins Schwanken kommt. Denn C&A ist - folgt man bösen Zungen - die Abkürzung für Cheap & Aweful, und welch Kredite und Finanzprodukte aus einer Cheap & Aweful -Geschäftsideologie resultieren, mag sich der geneigte Leser sowie die geneigte Leserin selbst ausmalen.

Nun darben also die Banken und Krokowski hofft, daß die Finanzmarktkrise auch die Werbestragen der Norisbank getroffen hat, die mit ihrer Werbung "Glück allein macht auch nicht glücklich" vor etwa einem Jahr den Gipfel der Dummheit, Ignoranz und des Reduktionismus aller Freuden auf das Zählbare, Mathematisierbare und Geldwerte erreicht haben.
Nach langen Überlegungen, was diese Werbung sagen wollte, kam Krokowski zwar zum Ergebnis, daß Nonsense auch in der Werbung grundsätzlich begrüßenswert sei, sich diese Anzeige jedoch nicht als Ausdruck netten Unfugs, sondern als intelligenzbefreiter Ausdruck völliger Ahnungslosigkeit darstellte. Ewige Verdammnis wäre hierfür eine noch recht milde Strafe.

Nun will Krokowski jedoch nicht so prinzipienstreng und fundamentalistisch sein und gibt deshalb an dieser Stelle ihren Vorschlag für die Lösung der Finanzmarktkrise bekannt. Die geneigte Leserin und der geneigte Leser mögen mit Krokowski noch einmal den Blick auf die allseits beliebte Discounter-Kette Aldi werfen. Aldi verkauft nicht nur ein paar Lebensmittel, sondern auch Outdoorjacken, Computer, Herrenoberbekleidung, Schuhe, Heimwerkerutensilien, Fernreisen und alles andere, was man sich überhaupt vorstellen kann. Die Kundschaft findet das nicht seltsam, sondern hat sich derart daran gewöhnt, daß montags und donnerstags, wenn die "Aktionsware" eintrifft, gerne Schlachten vor und in den Märkten stattfinden, um die neuesten Fahrräder, Schultüten und Geschenkpapierrollen zu ergattern.
Schlachten vor und in Banken sind jedoch überaus rar. Folglich sollten die Banken von den erfolgreichen Discountern lernen und neben ihrem Stammgeschäft, dem Handeln mit "Finanzprodukten" auch das Geschäft verfolgen, das von den Discountern ursprünglich ausschließlich betrieben wurde, heute jedoch von ihnen sträflich vernachlässigt wird: den Konservenbüchsenhandel. Montags und donnerstags wäre zudem der Verkauf des Klassikers von C&A, dem 69 Euro teuren Polyester-Herrenanzug (hier im C&A-Shop) denkbar.


Natürlich zum vergünstigten Preis von 68 Euro und 100 Cent, schließlich will auch die Schnäppchenjägerseele angesprochen werden. Und bei den hier erzielbaren Milliardengewinnen sind dann ein paar ewig Geld ansaugende schwarze Finanzlöcher auch kein großes Problem mehr. Im Notfall kann man sie auch einfach mit Polyester-Anzügen zustopfen.

Mittwoch, 13. August 2008

Vom Gesetz erschlagen


Lange Zeit war es Krokowski ein Rätsel, warum Jura-Studentinnen stets ein Täschen mit sich tragen, in dem sie ihren Gesetzestext in Ziegelsteinformat, den "Schönfelder" verwahren. Nur sehr selten sieht man die Jurastudentinnen ohne dieses Täschchen, und lange Zeit dachte Krokowski, es läge am sozialen Habitus, der weithin sichtbar zur Schau gestellt werden sollte. Auch wäre es möglich, den liebevoll "Schöni" genannten und gestreichelten Klotz ab und an hochzuhieven und so ein bißchen Sport zu betreiben.


Alles falsch. Auch im Richterarme liegt der Schönfelder falsch. Heute fand Krokowski nämlich nach langem und angestrengtem Denken das wahre Einsatzgebiet des Klotzes heraus. Der Schönfelder wird schlicht und einfach zur "Selbstverteidigung" genutzt, nachdem harmlos Kastanien aufsammelnde Studentinnen nur um Haaresbreite dem Herzinfarkttod aufgrund überaschenden Von-hinten-Angesprungenwerdens seitens Riesen-Schäferhundes mit darauffolgenden Angeschlabbertwerdens entronnen sind und nun den Ziegelstein dazu verwenden, wahlweise Hund oder Herrchen mit einem gezielten Wurf auf empfindliche Stellen außer Gefecht zu setzen.


Krokowski sieht ein, daß es praktisch sein mag, stets auf solche Situationen vorbereitet zu sein und aus diesem Grunde einen Ziegelstein mit sich zu tragen, findet es dann aber doch etwas unangebracht, gleich auf den an dem 45 Meter langen Bindfaden angeleinten Hund loszugehen, denn der mag es ja ganz normal finden, wahllos Passantenwangen anzuschlabbern. Was den "Der will doch nur spielen" bzw. "Das hat er ja noch nie gemacht"-Hundebesitzer anbetrifft, sieht die Sache freilich anders aus. Hier ist die Gesetzes-Ziegelsteinkeule gegenüber der Moralkeule unter Umständen doch vorzugswürdig.

Dienstag, 12. August 2008

Pointe zum Selberbasteln


Deutsche See - Norwegen - Norwegen - Deutsche See?

Pointen-Einsendungen an dr.krokowski (at) gmail.com .

Donnerstag, 13. März 2008

Emails, die man gerne bekommt

Krokowski
Benutzernummer: 012343567890


Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer der UB Schaumburg,

Ihre Fernleihbestellung:

Verfasser: Hugo, Gustav
Titel: Civilistisches Magazin
Auflage: 1812
Jahr: 1815
Umfangsangabe: XII, 515 S.
Band: 4
BestellId: 20080136018 = @200809302

Der Band ist nicht verleihbar. Kopien einzelner Aufsätze bzw. Kapitel sind möglich. Eine Kopie vom Inhaltsverzeichnis wurde geliefert und liegt an der Leihstelle für Sie bereit.

Mit freundlichen Gruessen
UB Schaumburg, Fernleihstelle (lu)

Mittwoch, 28. November 2007

Königinnengeschäfte

Nun ist es also geklärt, was die Froschkönigin macht, wenn sie nicht gerade an ihrem Blog sitzt, sich Paragraphen widmet oder zu spät kommt: Sie betreibt, direkt neben Krokowskis Lieblingskneipe, eine Second-Hand-Boutique.

Mittwoch, 1. August 2007

Legasthenische Katzen auf Krokowskis Ruderbank

Auch wenn Krokowski auf der Ruderbank stets fleißig sein sollte, bleibt es doch nicht aus, daß sie auch ab und an dem Müßiggang fröhnt und sich in die Weiten des schönen sie umgebenden Meeres des Internets stürzt, um ein wenig zu surfen. Dabei entdeckt Krokowski natürlich nicht nur dicke Fische, sondern auch so manchen Piratenschatz oder alten Lederstiefel.

Unlängst zog die englischsprachige Seite I can has cheezburger? Krokowskis Aufmerksamkeit auf sich, auf der niedliche Kätzchen in Waschmaschinen, vor dem Spiegel oder sonstwie zu sehen sind, die unter zweifelhaftem Gebrauch der englischen Grammatik und Rechtschreibung diverses äußern. Anfangs dachte Krokowski, es handle sich hierbei um eine Einkaufsseite für chinesische Restaurants, stellte dann aber fest, daß dies wohl doch nicht der Fall ist.


Den Sinn und die Botschaft der Kätzchen hat Krokowski jedenfalls noch nicht vollständig entschlüsselt, sie tappt stattdessen bislang im Dunkeln, was freilich ihre Phantasie um so mehr anregt. Enthalten die Botschaften geheime Aufträge an die CIA zur Bekämpfung ständig drohender Aufrufe zur Anarchie? Hierzu schweigt selbst elgooG. Oder handelt es sich im wurst case scenario schlicht und einfach um eine Seite gegen Langeweile im Büro und zur Propaganda des Humor des Seitenbetreibers?


Krokowski, von Bürolangeweile ebenfalls schwer gezeichnet, erfreut sich jedenfalls an den Skurrilitäten unserer transatlantischenFreunde und empfiehlt allen passionierten Sprachschützern, die das Deutsche zwar am Einfluß des Englischen darben sehen, ihrem Patienten aber andererseits Mordgedanken erzeugende Worte wie Denglisch oder Neudeutsch antaten, den Besuch von I can has cheezburger?, um sich zu versichern, daß das Englische nicht nur im Deutschen, sondern auch im Englischen selbst Abartigkeiten hervorbringt und somit seine Dekonstruktion längst überaus genußvoll selbst betreibst, an der nebenbei selbst humorloseste Status-Quo-Fetischisten ihren Spaß haben können.
Aber für manche gibt es, wie Krokowski weiß, eben kein richtiges Leben im falschen (oder, wie Robert Gernhardt treffend schrieb: kein richtiges Leben im valschen) - von Spaß bei der Arbeit ganz zu schweigen.


Krokowski persönlich erinnert die Seite übrigens vor allem an lang vergessen geglaubte Schulzeiterinnerungen, die von einem mit "Take a break" betitelten Abschnitt des Englischlehrbuches handeln, in dem folgender Reim zu finden war:
The problem with a kitten is that
Eventually it becomes a cat.

Nachdem wir den Reim gelesen hatten, fragten wir uns alle, warum nun das Kätzchen die Katze und nicht die Katze eventuell das Kätzchen bekommt. Irgendwie hatten wir uns das mit dem Nachwuchs-Kriegen nämlich anders vorgestellt.


Dienstag, 31. Juli 2007

Auf dem Weg zur Galeere

6. 45 Uhr. Krokowskis Wecker klingelt. Krokowski bedient sich der besten Erfindung der Welt – auch als „Snooze“- oder Schlummertaste bekannt – und dreht sich nochmals auf die andere Seite. Halt, Krokowski! Du mußt aufstehen, Du mußt auf die Galeere zum Rudern! Steh gefälligst auf, Du faules Stück!

Nachdem wir also Krokowski die Decke weggezogen haben, sehen wir sie eine Szene später die Küche betreten. Stärke Dich gut, auf daß Du gut rudern mögest und das Team, jung, dynamisch und motiviert, wie Du bist, gut verstärken mögest. Jung, dynamisch und motiviert gießt Krokowski also den Kaffee neben die Tasse. Daß die Tasse aber auch nie da stehen kann, wohin sie den Kaffee gießt.

Unter wilden Flüchen und Verwünschungen murmelnd schwingt sich Krokowski aufs Fahrrad. Nun zählt jede Sekunde, denn das Rennen zur Stechuhr hat begonnen. Und die Stechuhr ist, wie die geschätzte Leserin und der geschätzte Leser wissen, gnadenlos und unbestechlich. Krokowski stürzt sich also in halsbrecherischer Fahrt den Abhang hinunter, wobei sie das sie willkommenheißende Einfahrtverboten-Schild nicht einmal mit dem Ziehen des Hutes zur Kenntnis nimmt, denn das Konzept der Einbahnstraße dient ihrer Meinung nach nur dazu, Radfahrer vor sie überholenden Kraftfahrzeugen zu bewahren, nicht jedoch zur Anzeige der Richtung. Kurz: Einbahnstraßen sind dazu da, daß sich Fahrradfahrer in beiden Richtungen auf ihnen tummeln.

Am Fuß des Abhangs angelangt, steigt Krokowski in die Bremsen, denn hier wird es gefährlich. Eine wildgewordene Meute magersüchtiger Schminkkühe Schülerinnen droht Krokowski an dieser Stelle niederzutrampeln. Da hilft auch Krokowskis ansonsten überaus effektiver Rote-Meer-Effekt nichts, denn dieses Meer teilt sich eben nicht und Schülerinnen sind gegen den Roten-Meer-Effekt immun, da sie ihre Interaktion in einer anderen Dimension betreiben, die für Krokowskis Gebaren vollkommen unempfänglich ist.


Kurz darauf heißt es sprinten, den Ausweis schon in der Hand haltend flugs durch das Drehkreuz rennen, noch einmal das Tempo beschleunigen und – laß jetzt nur nicht nach, Krokowski, nur ein wenig noch und Du bist am Ziel angelangt, nur noch ein letzter Schlußspurt, halte durch, Krokowski, halte durch! – und nun setzt Krokowski zum entscheidenden Hechtsprung an: Die rechte Hand fliegt zur Stechuhr, die Krokowskis Ausweis erkennt und sie durch ein leises Klicken auf der Galeere willkommen heißt. Krokowski hat das Zielband schon fast zerrissen, denn zur Ruderbank sind es noch 30 Sekunden.

Doch was ist das? Krokowski wird langsamer, laaaangsamer, n o c h l a n g s a m e r . . . und bleibt stehen. Statt den Aufzugexpress zu nehmen, der sie sozusagen zur Ruderbank katapultieren würde, nimmt Krokowski die Treppe, um Stufe für Stufe gemächlich und ohne jegliche Eile zu erklimmen, am Treppenabsatz ein kleines Päuschen zu machen und über den bisherigen Weg zu resümieren. Was ist mit Dir los, Krokowski? Wieso diese quälende Langsamkeit?

Fragen wir die trotz des anderes verheißenden Namens unbestechliche Stechuhr. Warum geht Krokowski so langsam, Stechuhr? – Stechuhr: „Natürlich könnte Krokowski auch in 30 Sekunden an der Ruderbank sein. Aber statt dieser 30 Sekunden ziehe ich ihr – sagen wir - drei, nein: fünf Minuten von ihrem Zeitkonto als Wegezeit ab. Seit Krokowski das weiß, peilt sie an, den Weg zur Ruderbank in zehn Minuten zurückzulegen.

Montag, 30. Juli 2007

+ + + Schaumburger Nachrichtenticker: Amerika bleibt auch weiterhin europäische Kolonie + + +

Wie gestern von dem hochrangigen, lange Jahre Regierungsverantwortlichkeit tragenden Politiker Oskar - der kläffende Terrier - Lafontaine festgestellt wurde, bleibt Amerika trotz der unlängst (1776) erfolgeten Unabhängigkeitserklärung auch weiterhin europäische Kolonie, um nicht gar zu sagen: eine längst gepflanzte und fest verwurzelte Kolonialeiche.



So war im "Bericht aus Berlin" folgendes zu hören:

Lafontaine: Es gibt eine ganze Reihe europäischer Länder, die einen Spitzensteuersatz von über 50 Prozent haben.
Wagner:
Das sind die wenigsten. Großbritannien hat 40 Prozent zum Beispiel, welche denn also?
Lafontaine:
In Amerika ist es so, Frankreich beispielsweise.


An dieser Stelle sei uns eine kurze Klärung zur Person von Herrn Oskar Lafontaine willkommen. Trotz des gleichen Nachnamens ist Lafontaine, Oskar nämlich weder mit De la Fontaine, Jean, dem französischen Fabeldichter aus dem 17. Jahrhundert, noch mit Lafontaine, August, einem überaus produktiven Schundschreiber aus der Zeit nach der französischen Revolution zu verwechseln. Bezüglich des Letzteren fällt freilich auf, daß nicht nur bei Lafontaine, August sondern auch bei seinem Namensvetter Oskar der Brunnen der Phantasie überaus lebhaft sprudelt.


Bezüglich der Namensunterscheidung ähnlich verwirrend gestaltet sich Krokowskis Zeitungslektüre sonst nur noch, wenn von Herrn Beck die Rede ist, der als Beck, Kurt, mal humorfreier Problembär ist, dann als Beck, Volker, wegen seiner Teilnahme am Christopher Street Day in Moskau festgenommen wird und schließlich als Beck, Michael, in Tuttlingen das barrierefreie Amt des Oberbürgermeisters wahrnimmt. Dabei ist Beck1 Mitglied bei der SPD, Beck2 bei den Grünen und Beck3 bei der frisch-knackigen baden-württembergischen CDU. Vor diesem Hintergrund bekommt Krokowskis Lieblingsausspruch "Ich mach Dir doch nicht den Beck!" gleich vierhundertdreiundachtzig neue Facetten.

Doch zurück zu Lafontaine, Oskar. Dem gratuliert Krokowski natürlich zum Bekenntnis seines Revisionismus, kann sich dann aber die Feststellung doch nicht verkneifen, daß die Zeit, als Amerika noch Kolonialstatus zukam und das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten zur europäischen Welt gehörte, schon reichlich weit zurück liegt. Aber Deutschland erstreckte sich ja auch tausend Jahre lang von Norwegen bis Nordafrika, und dagegen ist die Zeitspanne, die seit 1776 vergangen ist, regelrecht vernachlässigbar.

Donnerstag, 26. Juli 2007

+ + + Schaumburger Nachrichtenticker + + +

Die Nachrichtenagentur AP vermeldet, daß Papst Benedikt16 nicht nur mit zwei Sekretären in seiner Wohnung im Apostolischen Palast lebe, sondern daß dieser Wohngemeinschaft auch vier Frauen aus der Ordensgemeinschaft der Mormonen der Memores angehören. Dabei lege der Papst ein hohes Arbeitstempo an den Tag, so daß für gemeinsame Fernsehabende nur wenig Zeit bliebe. Krokowski wußte doch, daß es der alte Bock faustdick hinter den Ohren hat. Von wegen "Monogamie mit Maria". Der Sündenrechner veranschlagt dies übrigens mit läppischen 200 Euro.

Notoperation: Leokadja Begbick hat sich das Bein gebrochen

Seit Krokowski - nun schon beinahe seit drei Wochen - an der Ruderbank der Galeere sitzt, wartet sie jeden Tag darauf, endlich auch einmal Leokadja Begbick, der gestrengen, aber gerechten Herrscherin, sozusagen der Kleopatra der Galeere im Treppenhaus zu begegnen.

Bislang sah Krokowski die große Leokadja Begbick nämlich nur im galeereninternen Mitteilungsblättchen, das jeden Monat neu von den Erfolgen und Liebenswürdigkeiten der Galeere, ihren Sklavenpeitschern, Taktgebern und ab und an auch von handverlesenen, natürlich nur im höchsten Grade loyalen Mitgliedern des gemeinen Rudervolkes berichtet. Meistens jedoch schwärmt das galeereninterne Drecksblatt von Leokadja Begbick, ihrer Grazie, ihren hoch verdienten Ehrungen und berichtet von ihrem Ergehen. Dabei sehen wir Leokadja regelmäßig auf der eigenen "Leokadja"-Doppelseite in repräsentativem Farbdruck, wie sie frisch vom Frisör kommt, der leider vergessen hat, ihr den eigens angefertigten Motorradhelm aus engelsblondem Kinderhaar abzunehmen. Oh Leokadja Begbick, Du Schrulle, laß uns Dir huldigen!

Auch in ihrem stolzen Alter von 81 18 Jahren schaut Leokadja noch immer wie frisch von der Alm aus und ein jeder, der sie sieht, verliert sein Herz für immer an die Unvergleichliche, unsere Königin der Herzen. So ist es kein Wunder, daß Leokadja auch in all den Gesprächen, die auf der Galeere geführt werden, stets - und sei es auch nur in Gedanken - präsent ist, denn sie hat uns alle im tiefsten Herzen berührt, ihr Bild hat sich unauslöschlich in unsere Seelen eingebrannt und wir huldigen ihr aus freien Stücken.



So mag es also nicht verwundern, daß Krokowski, die die große Leokadja bislang nur im Huldigungsblatt bewundern durfte, lange schon darauf erpicht ist, der Grande DAme einmal von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen. Diese Träume haben sich vorerst jedoch zerschlagen, denn wie eine große überregionale "Zeitung" letzte Woche berichtete, stürzte Leokadja Begbick auf der Treppe zur Oper und brach sich das Bein, woraufhin umgehend eine Notoperation anberaumt wurde. Wie sollen wir nur ohne sie rudern?

Krokowski sagt: Aufstieg und Fall der Leokadja Begbick.
Der große Dichter und Maler F.W. Bernstein dagegen sagte einst sinngemäß:
"... sie müssen entschuldigen, wir kommen nur, um zu huldigen.
Sie sind der Größte im ganzen Revier - wo gibt es Bier?"

Dienstag, 24. Juli 2007

Swami Durchananda über die innere Sicherheit

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... mehr als bereits geschehen hat Krokowski zu diesem Thema auch nicht zu sagen. Aus diesem Grunde hält sich Krokowski nun ausnahmsweise zurück und läßt Swami Durchananda zu Worte kommen.

Sonntag, 8. Juli 2007

Tagesthemen II

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oder: "How to become Ulrich Wickert"

Krokowski liest Zeitung


Die SZ-Reporter Claudia Tieschky und Christopher Keil führen nach eigenen Angaben ein Gespräch mit der neuen "Tagesthemen"-Moderatorin Caren Miosga über Respekt, Nadelstreifen und Tom Buhrow (Süddeutsche Zeitung vom 7./8. Juli, Seite 23).

"SZ: Unterscheiden Sie zwischen einer guten und einer schlechten Nachricht?
Miosga: Handwerklich?
SZ: Inhaltlich.
Miosga: Das wäre zynisch. Aber natürlich ist es so, dass Nachrichtensendungen heute in dieser unübersichtlichen Medienlandschaft das Problem haben, nur wahrgenommen zu werden, wenn irgendetwas Außergewöhnliches passiert, positiv oder negativ. Und dass Nachrichtenredakteure und -moderatioren sich freuen, wenn ihre Arbeit wahrgenommen wird, liegt in der Natur der Sache."

Caren Miosga findet es also zynisch, zwischen guten und schlechten Nachrichten zu unterscheiden. Krokowski ist ja nun wahrlich auch keine Freundin des Betroffenheits- und Tränendrüsenjournalismus, wie sie die furchtbaren Zwei J.B. Kerner und sein Klon Beckmann betreiben und hat sich schon daran gewöhnt, daß fünfzig Tote im Irak mit der gleichen Miene verkündet werden wie der Name des diesjährige Gewinner des Ingeborg-Bachmann-Preises. Eine inhaltliche Unterscheidung zwischen guten (wie diese auch immer aussehen mögen) und schlechten Nachrichten freilich "zynisch" zu nennen, geht selbst Krokowski zu weit. Krokowski findet es vielmehr zynisch, nicht im geringsten den Inhalt der verlesenen Nachrichten zur Kenntnis zu nehmen. Dieser muß sich nicht im Gesicht von Frau Miosga wiederspiegeln, doch wenn Caren Miosga ihre Anmoderationen und Überleitungen wie vor ihr Wickert, Will und Co selbst verfassen will, wäre es doch sehr zu wünschen, wenn auch sie den Inhalt der Meldungen wenigstens registrieren würde.

Ansonsten hat Caren Miosga bald keinerlei Probleme mehr damit, wahrgenommen zu werden, was ohnehin ihre hauptsächliche Sorge zu sein scheint, denn sonst hätte sie kaum auf die Frage nach der Unterscheidung von guten und schlechten Nachrichten oben zitierte Phrasen widergegeben, die zumindest in Krokowskis Augen mit der von den SZ-Journalisten gestellten Frage nur herzlich wenig bis rein gar nichts zu tun haben. Krokowski schlägt also den Ersatz der ehemaligen "Titel Thesen Temperamente"-Moderatorin durch einen bewärten, temperamentvollen und allseits beliebten Freund vor, der gleich seine bessere Hälfte mitbringen kann, die dann widerum - dies jedoch zu Krokowskis Leidwesen - Tom Buhrow ersetzen könnte: R2-D2. R2-D2 kann zwar nur Pfeiftöne von sich geben, aber seine binäre Sprache wäre Krokowski immer noch lieber als eine unzynische Caren Miosga. Und zur Not gibt es ja noch C-3PO. Oder eben Tom Buhrow. Und vielleicht entdeckt Anne Will ja auch eines Tages, daß wir sie als Anne Will lieber mögen als als Sabine Christiansen.

Mittwoch, 4. Juli 2007

Auf der Galeere

Erinnert sich noch jemand an Siegalapyrrhus, den Peitschenantreiber und Seemann des Schiffes, das Destructivus nach Gallien bringen soll, um dort im gleichnamigen Band "Streit um Asterix" zu sähen? Siegalapyrrhus ist der klassische Fall eines Sklaventreibers. Sklaven kommen überhaupt sehr zahlreich in der Antike vor, sei das bei Aristoteles oder eben bei Asterix. Krokowski hat auch eine andere Szene aus "Asterix und Kleopatra" noch sehr gut in Erinnerung, in der unter Peitschenhieben arbeitende Ägypter zu sehen sind. "Sind das Sklaven?", fragt unser Gallier, woraufhin Numerobis antwortet: "Aber nein! Sklaven sind Mangelware. Man bekommt einfach kein Personal mehr. Das hier sind freie Arbeiter!" Auch Kleopatra selbst schätzt die Sklavenarbeit insbesondere zur Fortbewegung hoch.



Man sieht, der Sklave bzw. "freie Arbeiter" ist gefragt. Heute wie damals in Asterix Antike. Heute freilich hat Sklavenarbeit andere Formen und statt der üblichen Eisenfessel und dem standesgemäßen Peitscheintreiber gibt es nun Gesetze, in denen es beispielsweise heißt: "Die Studenten [Krokowski merkt hier an, daß dies, obwohl man es anders vermuten könnte, leider nicht nur für Studenten, sondern auch für Studentinnen gilt, ermuntert aber jegliche Studierende mit law-student-disease, also Klagewütigkeit, diesen Fall ruhig einmal vor Gericht zu bringen] haben in der vorlesungsfreien Zeit [...] insgesamt drei Monate an praktischen Studienzeiten teilzunehmen." Diese erstaunlich unjuristische, da allgemeinverständliche Formulierung besagt nichts anderes als daß drei Monate Praktikum abzuleisten sind, bevor man sich der das Studium beendenden Prüfung unterziehen darf.

Nun ist viel über Praktika geschrieben worden, manch "wir halten uns alle an den Händen und bedauern uns gegenseitig"-Veranstaltung stand unter dem Titel "Praktikum und Präkarisierung" und nach der wenigstens eine Alliteration enthaltenden "Generation Golf" wurde die "Generation Praktikum" ausgerufen. Ab Montag ist also Krokowski 40 Stunden die Woche auf der Galeere, nein: an der Reihe - beziehungsweise an der Ruderbank.

Gute Fahrt, Krokowski!

Montag, 11. Juni 2007

Kulturelle Abartigkeiten oder: Körperproduktrecycling

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... denn wer fände das gar abartig, das alte Wasser vom Füßewaschen via Internet nach Japan zu verkaufen. Krokowski enthält sich auch hier der Kommentierung.

Polylog Polylux Körperrecycling Netzkultur Online Körper @ www.polylog.tv/videothek

Freitag, 8. Juni 2007

Statt Graben in der Goldmine

Einst schlief Krokowski mit lateinischer Grammatik unter dem Kopfkissen; heute sind die Reader zu dick, um sie unters Kopfkissen zu legen [wir berichteten] - wobei sich dann natürlich auch die Frage stellen würde, ob es anstrebenswert sei, Reden von George Bush und Verteidigungsstrategien der Vereinigen Staaten per Traumtelepathie ins Hirn diffundieren zu lassen. Was die Lateinkenntnisse anbetrifft, hat die Traumtelepathie ohnehin gründlich versagt und sämtliche Kenntnisse sind ins Nichts abgewandert oder haben sich in den See des Vergessens gestürzt.
Ein Nürnberger Trichter dagegen wäre manchmal schon eine feine Sache... und ein bißchen Helligkeit im Kopf kann Krokowski als Sonnen- und Farbenfreundin sowieso brauchen.