Mittwoch, 30. Januar 2008

Thneeds

Die geneigte Leserin und der geneigte Leser werden sich beim Lesen der heutigen Überschrift zu Recht die Frage stellen, ob Krokowski nun vollkommen durchgedreht sei und nur noch unverständliche Silben vor sich hin brabbele oder was denn nun ein Thneed sein solle, vom dem in der Überschrift die Rede ist. Fragen wir also Theodor Geisel, auch bekannt als Dr. Seuss, Spezialist für Katzen in Hüten und so mancherlei anderes.





Dr. Seuss sagt also folgendes:
"I'm being quite useful. This thing is a Thneed.
A Thneed's a Fine-Something-That-All-People-Need!"

Aha, nun wissen wir es also. Nur fragt man sich jetzt natürlich, was dieses schöne Etwas, das alle Leute brauchen, sein soll. Ist es Weltfriede? Ist es Liebe? Ist es Vernunft? Gemunkelt wird so manches, doch bekanntermaßen ist im Dunkeln ja auch besonders gut zu munkeln.

Ein mancher mag eventuell meinen, die Welt brauche mehr Apple-Verlängerungskabel oder mehr schnieke iPod-Zubehörutensilien. Auch Krokowski ist in dieser Hinsicht nicht mehr unbefleckt apfelweiß, hat sie sich doch bereits als Opfer der Werbung der Apfelbaumplantage herausgestellt. Nun wurde sie sogar als Besitzerin eines "Was man den Leuten alles verkaufen kann ist wirklich unfaßbar"-Teilchens geoutet, redete sich aber mit Paragraphen, Buchstabenkombinationen (BGB) und Gefasel von "Besitz für einen anderen" heraus. Ob wir Krokowski glauben sollen? Jedenfalls steht seit kurzem unten zu sehendes Ungetüm auf ihrem Nachttisch:


Jaja, ein "Radiowecker". Wir sehen schon, daß es jedenfalls k e i n Thneed ist. Was die Menschheit dagegen auf jeden Fall braucht, wäre ein Klopapierrollenhalter mit iPod-Aufsatz zum Spottpreis von 199 Dollar. So einen zum Beispiel:

Womit wieder einmal die These bestätigt wäre, daß sich für jedes nur erdenkbare Produkt auch Käufer finden.
Krokowski dagegen hätte lieber einen echten Thneed, denn ein Thneed
"is a shirt. It's a sock. It's a glove. It's a hat.
But it has other uses. Yes, far beyond that.
You can use it for carpets. For pillows! For sheets!
Or curtains! Or cover for bicycle seats!"
Das klingt, als blieben die Ohren warm. Und das Freikratzen des Fahrradsattels von Eis hätte sich dann auch erledigt.

Mittwoch, 28. November 2007

Kulturelle Unterschiede III

Es freut Krokowski als alte Wassertrinkerin, daß es bei unseren transatlantischen Freunden auch ultra-pures Mineralwasser zu kaufen gibt. Nicht nur erfreut Krokowski der reine Geschmack, sondern auch die Tatsache, daß das Wasser nicht nur fluorfrei und chrom6-frei, sondern insbesondere auch arsenfrei ist. Von wegen "Arsen und Spitzenhäubchen".

Königinnengeschäfte

Nun ist es also geklärt, was die Froschkönigin macht, wenn sie nicht gerade an ihrem Blog sitzt, sich Paragraphen widmet oder zu spät kommt: Sie betreibt, direkt neben Krokowskis Lieblingskneipe, eine Second-Hand-Boutique.

Mittwoch, 7. November 2007

Wetten

Krokowski wettet recht gerne, herkömmlicherweise jedoch nicht um schnöden Mammon, sondern lieber um Gesangseinlagen, Gummibärchen und Genuß alkoholischer Getränke im schönen Regionalexpress, der Krokowski selbst bereits manche Male mit Frauenkegelvereinen und Schalke-Fans gesegnet hatte. Auch Theiresias wettet gerne, wobei er sich - das wollen wir uns hier nicht verkneifen - nicht immer erinnern kann, wovon die Wette überhaupt handelte, was freilich auch verständlich ist, wenn man erst einmal weiß, daß man sich auf eine Hausmacher-Wurstplatte bei Pinkus Müller, Münster, freuen darf.


Manche Leute essen übrigens auch Weißwurst um 11 Uhr vormittags und halten das für eine durchaus überzeugende Variante des Frühstücks. Doch genug der Abschweifung.

Für die nächste Wette mit Theiresias hat Krokowski schon eine ganz tolle Idee für den Wetteinsatz, die für den - natürlich höchst unwahrscheinlichen - Fall, daß sie selbst verlieren würde, ein wenig modifiziert werden müsste, denn beim Gesangstalent hat der Liebe Gott / Storch / Lurch bei Krokowski leider etwas gespart.


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Dienstag, 23. Oktober 2007

+++ Schaumburger Nachrichten: Ich war jung und ich brauchte das Geld" +++

- Aus der Serie: "Mein erstes Mal" -

Träumte Krokowski noch, als sie im Schlafanzug am Frühstückstisch saß, ihre Zähne bürstete und einen Blick auf die Morgenzeitung warf? Dort nämlich las sie folgendes:

"Die Schaumburger Nachrichten weiten ihre Wirtschaftsberichterstattung deutlich aus. Von dieser Ausgabe an bieten wir unseren Lesern an fünf Tagen in der Woche jeweils eine Seite mehr; zudem wird der Kursteil modernisiert. Außerdem startet eine neue Serie. Unter dem Titel "Mein erstes Mal" schreiben Redakteure über ihre Erfahrungen im Umgang mit Geld."

Krokowski mußte träumen. Ein klarer Fall der Durchmischung von unliebsamen Tagesgeschehens (Wirtschaftsnachrichten) mit pubertären Traumata (Bravo). Folglich schlug Krokowski die Augen auf, schüttelte den Kopf, um die letzten aufdringlichen Traumgeister zu verscheuchen und begab sich im Schlafanzug zum Frühstückstisch. Während der Kaffee durch die Maschine lief, holte sie sich die Zeitung, überflog die Schlagzeilen um schließlich den Blick in der rechten oberen Ecke ruhen zu lassen, wo nichts anderes, als das stand, was sie auch im Traum gelesen hatte - abgesehen davon, daß der Name der Zeitung geringfügig anders lautete.

Quelle: SZ vom 23. Oktober 2007 (Nr. 244), Seite 1.

Montag, 15. Oktober 2007

Krokowski nicht ganz world-wide

Wie Krokowski soeben bekannt wurde, ist ihre Internetseite leider nicht überall in der weiten Welt dem geschätzten Internetuser zugänglich. Über die Gründe wird gemunkelt. Klar ist: Die Große Feuermauer Chinas bleibt für Krokowski unüberwindbar. Tröstlich ist da nur, daß selbst die Seite der Chinesischen Botschaft Berlin das gleiche Schicksal erleidet. Wieder einmal ein Fall der kulturellen Unterschiede.

Mittwoch, 26. September 2007

10 Minuten mit dem Transrapid

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Normalerweise begeistert sich Krokowski nur geringfügig für Kommunalpolitik, doch aufgrund der aktuellen Diskussion um das Milliardengrab sollte man noch ein letztes Mal Edmund Stoiber selbst zu Wort kommen lassen, um die Vorzüge des Transrapids auch wirklich zu verstehen.

Dienstag, 25. September 2007

Flüsterpost

Thrynka: "Oh schaut mal, da unten ist diePfalz zu Kaub!"
- Theiresias: "Die was?"
- Krokowski: "Die falsche Taub!"

Photo: eventuell Theiresias.

Donnerstag, 20. September 2007

Gasthäuser und ihre Namen, Teil II

Unlängst belauschte Krokowski Stammtischgespräche über den Einfluß der mohammedanischen Religion auf die Namensgebung deutscher Wirtshäuser, heute kann sie die aufgewühlten Gemüter schon wieder beruhigen, denn es gibt sie noch, die Hinweisschilder, die die deutsche Seele gerne sieht. Dieses zum Beispiel:

Ursprünglich hatte Krokowski freilich "Zur guten Qualle" gelesen und war sehr enttäuscht, als sich die Qualle bei genauerem Hinsehen in eine Quelle verwandelte. Vor ihrem inneren Auge stand nämlich bereits eine mütterlich schwabelnde Qualle hinter dem Tresen, die ihren Gästen die Haxe mit einem ihrer vielen Arme liebevoll auf den Tisch plumpsen ließ. Die Empfehlung des Hauses wäre natürlich Seetang gewesen, ab und an durchsetzt mit etwas Nesselgift.
Zwar keine Qualle hinter dem Tresen, aber Quellen als Beleuchtung gibt es nicht nur in den Katakomben in der Stadt der träumenden Bücher, sondern auch in einem Restaurant bei unseren transatlantischen Freunden in San Francisco.


Aber irgendwie macht das ja auch nur halb so viel Spaß.

Wofür brauchen wir das Strafrecht?

Endlich hat Krokowski eine Antwort auf die Frage gefunden, warum sie eigentlich so lange ein Strafgesetzbuch im Bücherregal stehen hatte. Dort stand es jedoch falsch, richtigerweise wird es eingesetzt, um Krokowskis Fenster am Zufallen zu hindern.

Montag, 17. September 2007

Am Stammtisch mit Konvertiten

Krokowski hört sie schon, die Schreie der Entrüstung, die überall aus der Republik von allen Stammtischen mit der Untermalung durch Bierglasswerfen zu ihr schallen. Ist es gar schon wieder so weit, tönt das an Krokowski vorbeifliegende Bierglas, daß wir Karl Martell 2.o brauchen, wenn der Islam nun schon Einzug in die Trutzburg deutscher Identität schlechthin hält, und nun in Urdeutschgemütlichkeit atmenden Dorfwirtshäuser anzutreffen ist, die bis dato zumeist unter Namen wie "Zur Eiche", "Zum Hirschen" und "Zur schwarz-braunen Haselnuss" firmierten? Doch schließlich muß auch das in seiner österreichischen Variante so gerne von Thomas Bernhard besungene Gasthaus mit der Zeit gehen, findet Krokowski und besucht folgendes, nur wenige Kilometer von der Loreley entfernt liegende Prachtexemplar in der Namensgebung:

Das freut den Konvertiten und besonders den "Terror-Fritz" (Quelle: Verlag Axel Springer), denn so hat er sich das Paradies vorgestellt. Schnitzel, Sauerbraten und Cordon Bleu gibt es auch noch zu den Jungfrauen dazu - schöner könnte es nicht sein.

Wie? "Sieben Jungfrauen" hat einen ganz anderen Ursprung? Keine Selbstmord-Alis friedlich vereint mit Terror-Fritzen am Stammtisch bei Pfeffersteak, Bier und Jungfrau? Schade.

Krokowski in Mainz

Neulich stand Krokowski am Bahnhof in Mainz und suchte verzweifelt Gleis 11. 11 Minuten hatte die Bahn Krokowski zum Umsteigen gegeben, was eigentlich kein Problem sein sollte, hätte die Bahn Krokowski nicht zum mysteriösen Gleis 11 geschickt. In 11 Minuten sollte also Krokowskis Bähnchen auf Gleis 11 abfahren, und eben dort wollte Krokowski auch Theiresias, den blinden Seher treffen. Also stieg Krokowski in den Hades der Unterführung hinab, den Schritt ob der Vorfreude auf ein Wiedersehen mit Theiresias schon ein wenig beschleunigt, passierte den Aufgang zu Gleis 5, Gleis 6, Gleis 8 - doch Gleis 8 war das letzte. Allein eine Wand ragte nach Gleis 8 auf, und da Krokowski zwar Krokowski, aber kein Zauberschüler ist, verspürte sie keinerlei Verlangen, mit viel Anlauf gegen die Wand zu springen, da ihr das Risiko, sich dabei zahlreiche Beulen und eine mittlere Gehirnerschütterung zuzuziehen, trotz des Anreizes, als neue Zauberschülerin einen hübschen spitzen Hut zu bekommen, als zu hoch erschien.

Gleis 11 lag, wie sich nach weiterem Umherirren herausstellte, nicht hinter den (freilich auch nicht existenten) Gleisen 9 und 10, sondern neben Gleis 1 und stellte damit sozusagen die Variante Gleis 1.1 dar. Und wie es sich heutzutage mit vielen 1.1. Versionen verhielt, verhielt es sich auch mit Gleis 1.1: es war allgemein verschmäht, denn wer verzichtet schon freiwillig auf die freilich auch nicht mehr ganz niegelnagelneue 2.0 Version? Aber vielleicht war im Jahr 2003 Version 1.1 noch avangardistisch.


Der blinde Seher
fand Gleis 11 übrigens erst nach Krokowski, und so beschlossen die beiden, erst einmal in Ruhe überraschend leckere Dinkelkekse einkaufen zu gehen.

Montag, 6. August 2007

"Ich geh hin"

Mehr oder weniger pünktlich zur Halbzeit der Großen Koalition möchte Krokowski noch einmal an die Jungwahlviehmobilisierungskampagne "Ich geh hin" erinnern, die im Jahre 2005 das Jungwahlvieh mit Unterstützung von Semi-Semi-Semi-Semi-Prominenz an die Wahlurne treiben wollte. Folglich warben dem öffentlichen See des Vergessens anheimgefallene 1/16-Berühmtheiten wie die "Indieband" Revolverheld, Was-macht-eigentlich Barbara Schöneberger und die Verbotene Liebe Besetzung dazu, am Wahltag politisch Farbe zu bekennen.

So verriet uns beispielsweise Lars Korten ("Schauspieler"), es sei "im Prinzip ganz egal, was man wählt, solange man sich nicht enthält" oder "seine Stimme dem rechten oder linken Mob zuspielt."

Krokowski erhält ja trotz gewisser Zweifel noch immer die zugegebenermaßen geringfügig idealistische Vorstellung aufrecht, daß es eben nicht egal ist, was man nun wählt und daß es durchaus Unterschiede machen könnte, ob man sein Kreuzchen für die Anarchistische Pogo-Partei Deutschland, Die Partei (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative), den rechten oder linken Wischmob macht. Aber wie schon die Alten sagten: "Wir haben alle unser Kreuz zu tragen." Oder eben Lars Kortens überzeugende "Argumentation".

Ebenfalls sehr großen Gefallen fand Krokowski auch an Barbara Schönebergers rostiger Verbalschrottproduktion. Barbara Schönebergers Beschäftigung ist mit der leicht euphemistischen Bezeichnung "Moderatorin" angegeben, was ja aber auch viel netter als "arbeitloses, dennoch auch weiterhin munter Nerven zersägendes Nervensägewerk" klingt. "Ich geh hin, weil vor allem die klügsten Kälber wählen ihren Bauern selber", sagt die Dame. Irgendwie hatte Krokowski diese Weisheit nicht nur was die Grammatik anbetrifft in noch anderen Variationen in Erinnerung. Die klügsten Kälber wählen selbst ihre Schlächter? Die dümmsten Kälber werden mal die penetrantesten "Ich-möchte-wieder-zurück-ins-Shoohbiss"-Schnallen? Oder doch: Die dümmsten Bauern haben die größten - ja was eigentlich? Wischmobs? Nervensägenkapazitäten?

Krokowski rät Schöneberger und Co: Beim nächsten Wahlgang einfach bis ans Ende des Gangs laufen, dann in den Wandschrank / ins Fenster abbiegen, Türe schließen und auf den nächsten Viehmarkt warten.

Mittwoch, 1. August 2007

Legasthenische Katzen auf Krokowskis Ruderbank

Auch wenn Krokowski auf der Ruderbank stets fleißig sein sollte, bleibt es doch nicht aus, daß sie auch ab und an dem Müßiggang fröhnt und sich in die Weiten des schönen sie umgebenden Meeres des Internets stürzt, um ein wenig zu surfen. Dabei entdeckt Krokowski natürlich nicht nur dicke Fische, sondern auch so manchen Piratenschatz oder alten Lederstiefel.

Unlängst zog die englischsprachige Seite I can has cheezburger? Krokowskis Aufmerksamkeit auf sich, auf der niedliche Kätzchen in Waschmaschinen, vor dem Spiegel oder sonstwie zu sehen sind, die unter zweifelhaftem Gebrauch der englischen Grammatik und Rechtschreibung diverses äußern. Anfangs dachte Krokowski, es handle sich hierbei um eine Einkaufsseite für chinesische Restaurants, stellte dann aber fest, daß dies wohl doch nicht der Fall ist.


Den Sinn und die Botschaft der Kätzchen hat Krokowski jedenfalls noch nicht vollständig entschlüsselt, sie tappt stattdessen bislang im Dunkeln, was freilich ihre Phantasie um so mehr anregt. Enthalten die Botschaften geheime Aufträge an die CIA zur Bekämpfung ständig drohender Aufrufe zur Anarchie? Hierzu schweigt selbst elgooG. Oder handelt es sich im wurst case scenario schlicht und einfach um eine Seite gegen Langeweile im Büro und zur Propaganda des Humor des Seitenbetreibers?


Krokowski, von Bürolangeweile ebenfalls schwer gezeichnet, erfreut sich jedenfalls an den Skurrilitäten unserer transatlantischenFreunde und empfiehlt allen passionierten Sprachschützern, die das Deutsche zwar am Einfluß des Englischen darben sehen, ihrem Patienten aber andererseits Mordgedanken erzeugende Worte wie Denglisch oder Neudeutsch antaten, den Besuch von I can has cheezburger?, um sich zu versichern, daß das Englische nicht nur im Deutschen, sondern auch im Englischen selbst Abartigkeiten hervorbringt und somit seine Dekonstruktion längst überaus genußvoll selbst betreibst, an der nebenbei selbst humorloseste Status-Quo-Fetischisten ihren Spaß haben können.
Aber für manche gibt es, wie Krokowski weiß, eben kein richtiges Leben im falschen (oder, wie Robert Gernhardt treffend schrieb: kein richtiges Leben im valschen) - von Spaß bei der Arbeit ganz zu schweigen.


Krokowski persönlich erinnert die Seite übrigens vor allem an lang vergessen geglaubte Schulzeiterinnerungen, die von einem mit "Take a break" betitelten Abschnitt des Englischlehrbuches handeln, in dem folgender Reim zu finden war:
The problem with a kitten is that
Eventually it becomes a cat.

Nachdem wir den Reim gelesen hatten, fragten wir uns alle, warum nun das Kätzchen die Katze und nicht die Katze eventuell das Kätzchen bekommt. Irgendwie hatten wir uns das mit dem Nachwuchs-Kriegen nämlich anders vorgestellt.


Dienstag, 31. Juli 2007

Obst stehlen

... schade. Immerhin verzeichnet der hier bereits erwähnte Sündenrechner das Stehlen von Früchten doch unter den "Kleinen Sünden zu Discountpreisen" und berechnet lediglich den Schnäppchenpreis von 4,99 Euro. Hätte das doch nur jemand Eva erzählt.

Auf dem Weg zur Galeere

6. 45 Uhr. Krokowskis Wecker klingelt. Krokowski bedient sich der besten Erfindung der Welt – auch als „Snooze“- oder Schlummertaste bekannt – und dreht sich nochmals auf die andere Seite. Halt, Krokowski! Du mußt aufstehen, Du mußt auf die Galeere zum Rudern! Steh gefälligst auf, Du faules Stück!

Nachdem wir also Krokowski die Decke weggezogen haben, sehen wir sie eine Szene später die Küche betreten. Stärke Dich gut, auf daß Du gut rudern mögest und das Team, jung, dynamisch und motiviert, wie Du bist, gut verstärken mögest. Jung, dynamisch und motiviert gießt Krokowski also den Kaffee neben die Tasse. Daß die Tasse aber auch nie da stehen kann, wohin sie den Kaffee gießt.

Unter wilden Flüchen und Verwünschungen murmelnd schwingt sich Krokowski aufs Fahrrad. Nun zählt jede Sekunde, denn das Rennen zur Stechuhr hat begonnen. Und die Stechuhr ist, wie die geschätzte Leserin und der geschätzte Leser wissen, gnadenlos und unbestechlich. Krokowski stürzt sich also in halsbrecherischer Fahrt den Abhang hinunter, wobei sie das sie willkommenheißende Einfahrtverboten-Schild nicht einmal mit dem Ziehen des Hutes zur Kenntnis nimmt, denn das Konzept der Einbahnstraße dient ihrer Meinung nach nur dazu, Radfahrer vor sie überholenden Kraftfahrzeugen zu bewahren, nicht jedoch zur Anzeige der Richtung. Kurz: Einbahnstraßen sind dazu da, daß sich Fahrradfahrer in beiden Richtungen auf ihnen tummeln.

Am Fuß des Abhangs angelangt, steigt Krokowski in die Bremsen, denn hier wird es gefährlich. Eine wildgewordene Meute magersüchtiger Schminkkühe Schülerinnen droht Krokowski an dieser Stelle niederzutrampeln. Da hilft auch Krokowskis ansonsten überaus effektiver Rote-Meer-Effekt nichts, denn dieses Meer teilt sich eben nicht und Schülerinnen sind gegen den Roten-Meer-Effekt immun, da sie ihre Interaktion in einer anderen Dimension betreiben, die für Krokowskis Gebaren vollkommen unempfänglich ist.


Kurz darauf heißt es sprinten, den Ausweis schon in der Hand haltend flugs durch das Drehkreuz rennen, noch einmal das Tempo beschleunigen und – laß jetzt nur nicht nach, Krokowski, nur ein wenig noch und Du bist am Ziel angelangt, nur noch ein letzter Schlußspurt, halte durch, Krokowski, halte durch! – und nun setzt Krokowski zum entscheidenden Hechtsprung an: Die rechte Hand fliegt zur Stechuhr, die Krokowskis Ausweis erkennt und sie durch ein leises Klicken auf der Galeere willkommen heißt. Krokowski hat das Zielband schon fast zerrissen, denn zur Ruderbank sind es noch 30 Sekunden.

Doch was ist das? Krokowski wird langsamer, laaaangsamer, n o c h l a n g s a m e r . . . und bleibt stehen. Statt den Aufzugexpress zu nehmen, der sie sozusagen zur Ruderbank katapultieren würde, nimmt Krokowski die Treppe, um Stufe für Stufe gemächlich und ohne jegliche Eile zu erklimmen, am Treppenabsatz ein kleines Päuschen zu machen und über den bisherigen Weg zu resümieren. Was ist mit Dir los, Krokowski? Wieso diese quälende Langsamkeit?

Fragen wir die trotz des anderes verheißenden Namens unbestechliche Stechuhr. Warum geht Krokowski so langsam, Stechuhr? – Stechuhr: „Natürlich könnte Krokowski auch in 30 Sekunden an der Ruderbank sein. Aber statt dieser 30 Sekunden ziehe ich ihr – sagen wir - drei, nein: fünf Minuten von ihrem Zeitkonto als Wegezeit ab. Seit Krokowski das weiß, peilt sie an, den Weg zur Ruderbank in zehn Minuten zurückzulegen.

Montag, 30. Juli 2007

+ + + Schaumburger Nachrichtenticker: Amerika bleibt auch weiterhin europäische Kolonie + + +

Wie gestern von dem hochrangigen, lange Jahre Regierungsverantwortlichkeit tragenden Politiker Oskar - der kläffende Terrier - Lafontaine festgestellt wurde, bleibt Amerika trotz der unlängst (1776) erfolgeten Unabhängigkeitserklärung auch weiterhin europäische Kolonie, um nicht gar zu sagen: eine längst gepflanzte und fest verwurzelte Kolonialeiche.



So war im "Bericht aus Berlin" folgendes zu hören:

Lafontaine: Es gibt eine ganze Reihe europäischer Länder, die einen Spitzensteuersatz von über 50 Prozent haben.
Wagner:
Das sind die wenigsten. Großbritannien hat 40 Prozent zum Beispiel, welche denn also?
Lafontaine:
In Amerika ist es so, Frankreich beispielsweise.


An dieser Stelle sei uns eine kurze Klärung zur Person von Herrn Oskar Lafontaine willkommen. Trotz des gleichen Nachnamens ist Lafontaine, Oskar nämlich weder mit De la Fontaine, Jean, dem französischen Fabeldichter aus dem 17. Jahrhundert, noch mit Lafontaine, August, einem überaus produktiven Schundschreiber aus der Zeit nach der französischen Revolution zu verwechseln. Bezüglich des Letzteren fällt freilich auf, daß nicht nur bei Lafontaine, August sondern auch bei seinem Namensvetter Oskar der Brunnen der Phantasie überaus lebhaft sprudelt.


Bezüglich der Namensunterscheidung ähnlich verwirrend gestaltet sich Krokowskis Zeitungslektüre sonst nur noch, wenn von Herrn Beck die Rede ist, der als Beck, Kurt, mal humorfreier Problembär ist, dann als Beck, Volker, wegen seiner Teilnahme am Christopher Street Day in Moskau festgenommen wird und schließlich als Beck, Michael, in Tuttlingen das barrierefreie Amt des Oberbürgermeisters wahrnimmt. Dabei ist Beck1 Mitglied bei der SPD, Beck2 bei den Grünen und Beck3 bei der frisch-knackigen baden-württembergischen CDU. Vor diesem Hintergrund bekommt Krokowskis Lieblingsausspruch "Ich mach Dir doch nicht den Beck!" gleich vierhundertdreiundachtzig neue Facetten.

Doch zurück zu Lafontaine, Oskar. Dem gratuliert Krokowski natürlich zum Bekenntnis seines Revisionismus, kann sich dann aber die Feststellung doch nicht verkneifen, daß die Zeit, als Amerika noch Kolonialstatus zukam und das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten zur europäischen Welt gehörte, schon reichlich weit zurück liegt. Aber Deutschland erstreckte sich ja auch tausend Jahre lang von Norwegen bis Nordafrika, und dagegen ist die Zeitspanne, die seit 1776 vergangen ist, regelrecht vernachlässigbar.

Krokowski geht ins Kino, Teil I

- Eine Leiderfahrung, in mehreren Teilen geschildert.-

Krokowski wollte unlängst nicht denken, nichts tun; kurz: sie hatte das Bedürfnis nach seichter Unterhaltung und beschloß deshalb, ins Kino zu gehen. Aus diesem Grund warf Krokowski also einen kurzen Blick auf eine Übersichtsseite im allwissenden Internet, auf der die Filmtitel mit Aufführungsort und –uhrzeit verzeichnet waren.

Doch auch wenn das Internet allwissend ist, so ist es doch nicht allinformierend: Es behält so manch wichtiges Detail für sich, wie Krokowski feststellen durfte, als sie die Kinokarte erwarb und dabei von der Kassiererin informiert wurde, daß der von ihr zu sehen gewünschte Film im Rahmen des besonderen Formates namens „CineLady“ laufe. Viel Spaß wünsche sie Krokowski dabei.

Hier sei ein kurzer Exkurs über Namen von Lichtspielhäusern angebracht. Hießen diese einst noch Ufa-Palast oder, sofern die Betreiber zum Palastbau nicht größenwahnsinnig genug waren oder einen entsprechenden Nachnamen trugen, Kino Klein, Lindentheater oder Casablanca, so ist heute der Einfallsreichtum der Namen indirekt proportional zur Größe der Leinwand, wie Namen wie Cinemaxx, Cineworld, Cinestar und Cinecine zeigen.

Bösen Zungen, die behaupten, diese indirekte Proportionalität zwischen Größe und Einfallsreichtum sei auch anderswo anzutreffen, soll hier kein Gehör geschenkt werden. Krokowski stellt einzig zur Verteidigung der Größe fest, daß die deutsche Sprache zwar den Begriff des „Giftzwerges“, nicht jedoch den des „Giftriesens“ kennt.


So war Rübezahl zwar groß, aber nicht giftig. Warum Krokowski bei der Erwähnung des Namens „Rübezahl“ stets an Karotten, nicht aber an Rüben denken muß, soll hier ebenfalls nicht Gegenstand der Ausführungen sein.

- Ende des Exkurses -


Krokowski war also ganz unvermittelt in die CineLady geraten, und noch während sie ihr Wechselgeld einsteckte, sann sie über den Namen der Veranstaltung nach, der sie nichts Gutes ahnen ließ und leises Unbehagen, verbunden mit einem kurzen Frösteln, machte sich in ihr breit.


Ob Krokowski mit ihrem Unbehagen recht behält oder einfach nur paranoid ist und während der Vorführung den Partner ihres Lebens trifft, sich alternativ zum kurzfristigen Amoklauf entschließt oder Michael Glos in den Nacken hustet, erfahren Sie in Kürze an eben dieser Stelle. Bleiben Sie also dran, denn es wird viel passieren - im Krokowskihof.

Donnerstag, 26. Juli 2007

Nachtrag

... zu den Deutschen Lieblingsredewendungen, Part I. Auch in Singapur scheinen sich die Behörden nämlich, auch wenn der Schwanz des unten zu sehenden Vogels Krokowski eher an einen Phallus erinnert, die von Katz&Goldt wundervoll in Szene bzw. Rumpfkluft gesetzte Redewendung Der fette Vogel bricht den Ast zu Herzen genommen und den "Fetten Vogel" (sic!) aus diesem Grunde auf ein solides steinernes Fundament gesetzt zu haben. Sehr weise, liebe Singapuraner.

Krokowski fährt nach Kalau


1989 riefen sie: "Wir sind das Volk". 2007 schüttelte Krokowski eine Hand und hörte jemanden sagen: "Ich bin Volker."

Kühlschrankinspektion

Für die einen ist es einfach nur Schimmel, für die anderen ist es eine hochentwickelte Kultur.


+ + + Schaumburger Nachrichtenticker + + +

Die Nachrichtenagentur AP vermeldet, daß Papst Benedikt16 nicht nur mit zwei Sekretären in seiner Wohnung im Apostolischen Palast lebe, sondern daß dieser Wohngemeinschaft auch vier Frauen aus der Ordensgemeinschaft der Mormonen der Memores angehören. Dabei lege der Papst ein hohes Arbeitstempo an den Tag, so daß für gemeinsame Fernsehabende nur wenig Zeit bliebe. Krokowski wußte doch, daß es der alte Bock faustdick hinter den Ohren hat. Von wegen "Monogamie mit Maria". Der Sündenrechner veranschlagt dies übrigens mit läppischen 200 Euro.

Notoperation: Leokadja Begbick hat sich das Bein gebrochen

Seit Krokowski - nun schon beinahe seit drei Wochen - an der Ruderbank der Galeere sitzt, wartet sie jeden Tag darauf, endlich auch einmal Leokadja Begbick, der gestrengen, aber gerechten Herrscherin, sozusagen der Kleopatra der Galeere im Treppenhaus zu begegnen.

Bislang sah Krokowski die große Leokadja Begbick nämlich nur im galeereninternen Mitteilungsblättchen, das jeden Monat neu von den Erfolgen und Liebenswürdigkeiten der Galeere, ihren Sklavenpeitschern, Taktgebern und ab und an auch von handverlesenen, natürlich nur im höchsten Grade loyalen Mitgliedern des gemeinen Rudervolkes berichtet. Meistens jedoch schwärmt das galeereninterne Drecksblatt von Leokadja Begbick, ihrer Grazie, ihren hoch verdienten Ehrungen und berichtet von ihrem Ergehen. Dabei sehen wir Leokadja regelmäßig auf der eigenen "Leokadja"-Doppelseite in repräsentativem Farbdruck, wie sie frisch vom Frisör kommt, der leider vergessen hat, ihr den eigens angefertigten Motorradhelm aus engelsblondem Kinderhaar abzunehmen. Oh Leokadja Begbick, Du Schrulle, laß uns Dir huldigen!

Auch in ihrem stolzen Alter von 81 18 Jahren schaut Leokadja noch immer wie frisch von der Alm aus und ein jeder, der sie sieht, verliert sein Herz für immer an die Unvergleichliche, unsere Königin der Herzen. So ist es kein Wunder, daß Leokadja auch in all den Gesprächen, die auf der Galeere geführt werden, stets - und sei es auch nur in Gedanken - präsent ist, denn sie hat uns alle im tiefsten Herzen berührt, ihr Bild hat sich unauslöschlich in unsere Seelen eingebrannt und wir huldigen ihr aus freien Stücken.



So mag es also nicht verwundern, daß Krokowski, die die große Leokadja bislang nur im Huldigungsblatt bewundern durfte, lange schon darauf erpicht ist, der Grande DAme einmal von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen. Diese Träume haben sich vorerst jedoch zerschlagen, denn wie eine große überregionale "Zeitung" letzte Woche berichtete, stürzte Leokadja Begbick auf der Treppe zur Oper und brach sich das Bein, woraufhin umgehend eine Notoperation anberaumt wurde. Wie sollen wir nur ohne sie rudern?

Krokowski sagt: Aufstieg und Fall der Leokadja Begbick.
Der große Dichter und Maler F.W. Bernstein dagegen sagte einst sinngemäß:
"... sie müssen entschuldigen, wir kommen nur, um zu huldigen.
Sie sind der Größte im ganzen Revier - wo gibt es Bier?"

Klargestellt

Nicht die Helden, sondern Tocotronic sind die Helden des deutschen Pops.

Dienstag, 24. Juli 2007

Swami Durchananda über die innere Sicherheit

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... mehr als bereits geschehen hat Krokowski zu diesem Thema auch nicht zu sagen. Aus diesem Grunde hält sich Krokowski nun ausnahmsweise zurück und läßt Swami Durchananda zu Worte kommen.